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04.07.2022 News

Ener­gie­werk Graz: Si­cher­heit und Un­ab­hän­gig­keit

Der Krieg in der Ukraine führt uns die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas vor Augen, die sich über die vergangenen Jahre in Österreich aufgebaut hat. Wir wollen Graz aus dieser Abhängigkeit führen, dabei aber auch Maßnahmen für den Klimaschutz setzen. Mit dem Energiewerk Graz gelingt beides.

Das Energiewerk Graz besteht aus zwei Verwertungsanlagen: Der Energetischen Reststoffverwertung (ERV) und der Energetischen Klärschlammverwertung (EKV). In der ERV werden nicht recyclebare Reststoffe aus Restmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfall genutzt, um Wärme und Energie zu erzeugen. In der EKV wird Klärschlamm thermisch verwertet, um Wärme zu gewinnen. Zusätzlich kann zukünftig auch Phosphor als wichtiger Rohstoff zurückgewonnen werden.

Was passiert derzeit mit dem Grazer Müll?

Momentan wird Grazer Müll in der Sturzgasse vorsortiert, um ihn dann ins Ausland zu transportieren und dort zu verbrennen. Mit dem Energiewerk Graz werden nicht-recyclebare Stoffe direkt in Graz thermisch verwertet und die entstehende Abwärme genutzt. Damit entsteht nicht nur sichere, unabhängige Fernwärme für 30.000 Haushalte, es wird auch weniger CO2 ausgestoßen als zuvor. Mit dem Entfall der massiven LKW-Infrastruktur entfallen eine Millionen LKW-Kilometer jährlich, womit insgesamt 22.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Recycling hat oberste Priorität

Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht – deshalb steht Abfallvermeidung in Graz weiterhin an oberster Stelle. Dennoch fällt Abfall an, der nicht-recyclebar ist. Dieser hat aber Potential und kann als wichtiger Wertstoff gesehen werden, dasselbe gilt auch für Klärschlamm. Das Energiewerk ist auf eine bestimmte Müllmenge ausgelegt, daher kann es auch nicht passieren, dass Müll von außen zur Fernwärmegewinnung „importiert“ wird. Und sollte die Müllmenge in Graz weniger werden, kann im Energiewerk anstatt des Restmülls auch Biomasse thermisch verwertet werden.

Klärschlammverwertung

Klärschlamm wird bislang auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Er beinhaltet zwar wertvolle Bestandteile zur Düngung, gleichzeitig aber auch umwelt- und gesundheitsgefährdende Schadstoffe, wie Schwermetalle, Arzneimittelrückstände, oder Mikroplastik. Daher gibt es eine gesetzliche Vorgabe des Klimaschutzministeriums, Klärschlamm ab spätestens 2030 zu verbrennen. Dabei kann nicht nur dringend benötigte Fernwärme, sondern auch Phosphor gewonnen werden.

Unabhängigkeit und Sicherheit

Momentan bezieht die Stadt Graz mehr als die Hälfte ihrer Fernwärme aus Erdgas. Diese Abhängigkeit wollen wir verringern. Der Dekarbonisierungspfad der Stadt Graz sieht die Reduktion des fossilen Erdgas-Anteils in der Wärmeaufbringung vor. Die Energetische Reststoff- und Klärschlammverwertung sind wichtiger Teil dieses Pfades.

Technischer Fortschritt macht die Verwertung möglich

Mit dem Energiewerk Graz kann die Verwertung von Reststoffen mit der besten verfügbaren Technologie sichergestellt werden. Mithilfe verschiedener Technologien werden Emissionen minimiert, womit auch Auswirkungen für Anrainer*innen minimiert werden.

Redaktion Die Grazer Grünen
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