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20.05.2022 News

Gra­zer Bau­boom: Was mit uns an­ders wird

Wir wollen verantwortungsvoller mit dem Thema Bauen umgehen als unsere Vorgängerregierung. Das ist nicht nur ein Versprechen der Rot-Grün-Roten Stadtregierung, das ist vor allem in Anbetracht der fortschreitenden Klimakatastrophe unsere Pflicht. In Graz werden in Zukunft bei der Bebauungsplanung Faktoren wie aktive Mobilität, Klimaschutz, Baumschutz oder sensibler Umgang mit dem Ortsbild stärker einfließen.

Konkret bedeutet das weniger Bodenversiegelung, Schutz des Baumbestandes sowie mehr und innovativere Beteiligungsmodelle. Um das auch konsequent durchzusetzen, braucht es ein vorausschauendes Regelwerk genauso wie die Kontrolle, ob die Vorgaben auch eingehalten werden. Das betrifft sowohl den Planungsprozess als auch die bauliche Umsetzung. Deshalb werden nun die städtebaulichen Instrumente STEK, FLÄWI, RLB und Bebauungsplanung einer Revision unterzogen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung und erste Maßnahmenvorschläge stellen wir noch vor dem Sommer vor.

Neuer Wind und alte Lasten

Unsere zukunftsorientierten Grundsätze können bei neuen Verfahren bereits jetzt gut umgesetzt werden. Bei älteren Projekten, die bereits vor Jahren gestartet wurden, ist unser Handlungsspielraum aber kleiner. Hier beläuft sich unser Einfluss auf meist nur inhaltlich kleinere Eingriffe und Qualitätsverbesserungen in den laufenden Verfahren, die werden aber konsequent eingefordert und umgesetzt. Anhand von zwei Beispielen wollen wir die Problematik, aber auch unsere Konsequenz in dieser Thematik veranschaulichen.

Schwarzer Weg

Dieses Projekt ist bereits seit 2016 in Bearbeitung und basiert auf dem Siegerprojekt eines Architekturwettbewerbs. In den Erdgeschoßbereichen werden Flächen für die Nahversorgung und eine Kinderbetreuungseinrichtung bereitgestellt, zusätzlich wird auf Kosten des Bauträgers ein öffentlicher Park und eine Busumkehr geschaffen. Außerdem wird die Anzahl von Autoparkplätzen verringert.

Dieser Bebauungsplan wurde im gestrigen Gemeinderat beschlossen, auch wenn man das Projekt heute anders Planen würde. Vor allem im Bereich Grünraum oder Energiegewinnung (Stichwort Photovoltaik) gibt es bei diesem Projekt leider noch Potential. Der Bebauungsplan wurde aber dennoch beschlossen, da wir sonst eine Klage wegen Fristverzögerung riskiert hätten. Das hätte bereits bestehende Vereinbarungen nichtig gemacht und die Einflussmöglichkeiten der Stadt minimiert.

Josef-Huber-Gasse – Kindermanngasse – Lazarettgasse – Idlhofgasse

Hier wurde ein Entwurf im Sommer 2021 zur Begutachtung aufgelegt, der äußerst kritische Diskussionen und eine unüblich hohe Zahl an Einwendungen hervorrief. Das Bestehen lokaler Initiativen, die Vielfalt vorhandener Nutzer*innen und die zu behandelnden Themen gehen weit über die Anforderungen an einen durchschnittlichen Bebauungsplanungsprozess hinaus. Deshalb haben wir uns in der Stadtkoalition dazu entschlossen, dieses Projekt von Grund auf neu zu entwickeln. Es wird im Rahmen eines Pilotprojektes als partizipatives Bürger*innenbeteiligungsprojekt neu entwickelt.

Redaktion Die Grazer Grünen
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