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17.03.2022 News

Ein gemein­samer Leit­faden gegen die Kli­makrise

Klimaschutzplan Graz Teil 1

Die Folgen der Klimakrise –  Zunahme von Wetterextremen, Schäden in der Landwirtschaft, die Auslösung von Migrationsströmen und die Gefährdung der Lebensgrundlagen durch ein rasantes Artensterben – spüren wir weltweit ebenso wie in unserem unmittelbaren Lebensbereich. Graz ist überdurchschnittlich stark betroffen – seit 2011 wird etwa eine deutliche Erhöhung der durchschnittlichen Lufttemperatur gemessen und die Trockenheit nimmt ein gefährliches Ausmaß an. Die Stadt Graz setzt kontinuierlich in vielen Bereichen umfassende Maßnahmen um hier gegenzusteuern und hat sich bis zum Jahr 2040 das CO2-Netto-Null-Ziel gesetzt. Das bedeutet, dass alle noch vorhandenen Emissionen durch klimafreundliche Maßnahmen kompensiert werden. Erst vor kurzem hat Graz zusätzlich beschlossen der EU-Initiative „100 klimaneutrale und intelligente Städte bis 2030“ beizutreten. Alle Organisationseinheiten der Stadt Graz setzen in diesem Sinne kontinuierliche umfassende Maßnahmen.

Zur optimierten Umsetzung der gemeinsamen Ziele und Bündelung dieser Maßnahmen wurde ein Klimaschutzplan für Graz unter der Führung von Stadtbaudirektion, Umweltamt, Grazer Energieagentur, PwC und Wegener Center erarbeitet, dessen erster Teil nun vorliegt.

Die Klimakrise ist auch in Zeiten des furchtbaren Krieges Russlands gegen die Ukraine ökologisch aber auch sozial mittelfristig die größte Herausforderung vor der wir als Menschheit stehen“, betont Bürgermeisterin-Stellvertreterin und Umweltstadträtin Judith Schwentner einmal mehr.

Die Bewältigung der Klimakrise steht in engem Zusammenhang mit der Frage nach sozialer Gerechtigkeit. Sozial und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind meist als erste und am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Durch eine aktive Klimaschutzpolitik wollen wir die Lebensqualität für alle Bevölkerungsschichten in Graz erhalten, wichtige Standort- und Wettbewerbsvorteile schaffen. Der Klimaschutzplan wird uns dabei als Leitfaden dienen, an dem wir unser Handeln ausrichten werden: Er umfasst übergeordnete Zielvorgaben, eine Darstellung der CO2-Emissionen des Hauses Graz sowie des gesamten Grazer Stadtgebiets, erforderliche Klimaschutzziele, und natürlich erste Handlungsfelder. Der Schwerpunkt aller Maßnahmen muss klar auf der Reduktion der verursachten Emissionen liegen. Die hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern rasch zu verringern, ist aktuell zusätzlich durch den Krieg in der Ukraine und die exorbitanten Preissteigerungen noch dringlicher geworden.“

Die vorliegenden Zahlen unterscheiden im Haus Graz und im Stadtgebiet Graz zwischen einer produktionsbasierten und einer konsumbasierten Treibhausgas-Bilanz. Sie demonstrieren, dass eine Dekarbonisierung der Energieaufbringung Hand in Hand mit einer gleichzeitigen Reduktion des Energiebedarfs gehen muss.

Werner Prutsch, Leiter des Umweltamtes, erläutert:

„Die Berechnung der CO2-Restbudgets zeigt eindringlich, dass umgehend Maßnahmen getroffen werden müssen. Das vom Wegener Center Graz für die Stadt berechnete Treibhausgas-Restbudget zeigt, dass wir innerhalb der laufenden Dekade einerseits die direkt im Stadtgebiet entstehenden Emissionen stark reduzieren müssen und wir andererseits im Bereich der Bewusstseinsbildung verstärkt daran zu arbeiten haben, die konsumbasierten Emissionen, die auch außerhalb des Stadtgebietes ausgelöst werden, zu verringern.“

Bertram Werle, Stadtbaudirektor, betont:

Unsere zentrale Herausforderung ist es, das wachsende Graz qualitätsvoll und nachhaltig zu einer energieeffizienten, ressourcenschonenden, emissionsarmen Stadt mit höchster Lebensqualität weiterzuentwickeln. Wir forcieren die „Stadt der kurzen Wege“, die mit einer guten Mischung an Funktionen wie Wohnen, Ausbildung, Arbeiten, Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten und viel öffentlichem Grünraum wenig Verkehr erzeugt und einen klimafreundlichen Lebensstil ermöglicht. Aber auch als Bauherrin machen wir unsere Hausaufgaben, zumal ein Viertel der Emissionen im Haus Graz im Gebäudesektor anfällt. Als wichtige Maßnahme wurden daher in Kooperation mit der TU Graz klimafreundliche, nachhaltige Baustandards entwickelt, die städtische Gebäude vom Start der Planung über den Bau bis zum Abbruch alter Gebäude noch klimafitter machen werden.

Thomas Drage, Klimaschutzbeauftragter:

Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe! In die Erarbeitung der Eröffnungsbilanz waren als wichtigste Stakeholder auch Expert:innen aus dem Haus Graz, der Fachbeirat für Klimaschutz, führende Klimaforscher:innen, das Kinderparlament, Wirtschaftstreibende sowie die Vertreter:innen der interessierten Zivilgesellschaft eingebunden. Jede:r kann online z.B. auf www.co2-rechner.at eine persönliche CO2 Bilanz berechnen und bekommt Tipps, welche Klimaschutzmaßnahmen man selbst setzten könnte“.

Der nächste Schritt ist nun ein interaktiver Prozess in einer ROLLENUMKEHR: Aktionspläne werden von den einzelnen Abteilungen und Organisationseinheiten des Hauses Graz erarbeitet – diese müssen eine klare Zielformulierung, Zeitpläne mit Meilensteinen und eine Ressourcenplanung beinhalten ebenso wie eine Nutzen-Analyse. Dann folgt die konsequente Umsetzung dieser erforderlichen Maßnahmen, begleitet durch ein laufendes Monitoring.

Nicole Lutnik-Höfler

Büroorganisation

nicole.lutnik-hoefler@stadt.graz.at
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