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24.05.2022 News

Öf­fent­li­cher Ver­kehr in Graz: End­lich geht es vor­wärts

Wie geht’s weiter mit den Grazer Öffis? Das ist schon Jahrzehnte lang eine hitzig geführte Debatte, die verschiedenste Konzepte zu Vorschein gebracht hat. Nun liegt ein Expertenbericht vor, der Sachlichkeit in die aufgeheizte Diskussion bringt und als Grundlage für das letztendliche Grazer ÖV-Konzept dient, welches noch Ende dieses Jahres vorgestellt wird.

Jahrzehntelanges Hin und Her wird dieses Jahr beendet. Noch 2022 wird unsere Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Judith Schwentner eine Strategie für den öffentlichen Verkehr in Graz vorlegen. Als Basis dafür dient ein Expertenbericht, welcher verschiedene Konzepte und Ideen, darunter etwa Metro und S-Bahn, genauer unter die Lupe nimmt und sie in mehreren Kriterien bewertet. Die neue Strategie für die Grazer Öffis soll deren Nutzung auf 30% steigern. Momentan werden 18% der Wege in Graz mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt.

S-Bahntunnel machen das Rennen

Aus dem Expertenbericht geht hervor, dass der Bau eines S-Bahntunnels den meisten Nutzen bei geringeren Kosten erzielt. Im vorliegenden Bericht gibt es gleich zwei Konzepte für eine im Untergrund verlaufende S-Bahn. Die kürzere Variante sieht eine Tunnellänge von insgesamt 5,9 Kilometern vor, die längere Version ist 7 Kilometer lang. Beide Konzepte bieten Pendler*innen die Möglichkeit, ohne Umsteigen direkt von ihrem Wohnort möglichst viele relevante Ziele in der Stadt zu erreichen. Alle vorgestellten Konzepte setzen einen weiteren Ausbau des Straßenbahn- und Busnetzes voraus und gehen außerdem von bereits beschlossenen Öffi-Ausbauprojekten bis 2040 aus.

"Ich danke den Experten der Arbeitsgruppe für ihre fundierte und detaillierte Untersuchung. Als Verkehrsstadträtin sehe ich mich klar in meinem Kurs für Graz bestätigt: der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs hat Priorität und muss Hand in Hand mit dem Ausbau der aktiven Mobilität und der Attraktivierung des öffentlichen Raums gehen."
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner

Keine überteuerten Denkmäler setzen

Der Expertenbericht bestärkt uns in der Annahme, dass die von der ÖVP favorisierte Metro für Graz nicht umsetzbar ist. Mit 3,5 Milliarden Euro Erstinvestitionskosten würde die U-Bahn um mehr als eine Milliarde Euro mehr kosten als das zweitteuerste Projekt. Dazu kommen noch jährliche Infrastruktur- und Betriebskosten, wo die Metro mit 160 Millionen auch klar den unrühmlichen ersten Platz belegt.

Was es für eine Finanzierung von Bund & Land braucht

Die Stadt Graz kann nicht ohne finanzielle Unterstützung Investitionen in Milliardenhöhe tätigen. Für die neue ÖV-Strategie braucht es die Finanzierung von Bund und Land. Die ist nur dann realistisch, wenn auch ein Angebot für Menschen außerhalb der Grazer Stadtgrenze geschaffen wird. Was die Stadt-Umlandvernetzung betrifft, schneiden die beiden S-Bahntunnel-Modelle am besten ab.

Das Angebot allein reicht nicht aus

Keines der im Bericht vorgestellten Projekte würde im Übrigen die zum Ziel gesetzte Nutzungssteigerung auf 30% allein schaffen. Um einen solchen Anstieg zu gewährleisten, braucht es sogenannte Push-Maßnahmen, wie beispielsweise die Verringerung der Parkplätze in der Innenstadt oder die Attraktivierung des öffentlichen Raums. Für Vizebürgermeisterin Judith Schwentner gehen solche Maßnahmen Hand in Hand mit der neuen ÖV-Strategie. „Nur so können wir die ungemein dringlichen Klima- und Umweltziele im Sinne einer positiven Zukunft für nachfolgende Generationen erreichen.“

Jetzt ist schnelles Handeln gefragt

Solche Riesenprojekte brauchen Vorlaufzeit, deshalb wollen wir möglichst schnell eine Strategie formulieren und den Prozess starten. „Wir werden nun noch die Erkenntnisse der von Stadt und Land in Auftrag gegebenen Studie zum ÖV-Fahrgast-Potential des Schweizer Verkehrsexperten Willi Hüsler einfließen lassen und dann bis Ende des Jahres gemeinsam mit den Experten eine Entscheidung vorbereiten und treffen. Parallel werden wir Verhandlungen mit Projektpartner*innen (Bund, Land, ÖBB…) starten“, so unsere Vizebürgermeisterin Judith Schwentner.

Den kompletten Expertenbericht gibt es auf der Website der Stadt Graz zum Download.

Redaktion Die Grazer Grünen
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